3. Gitarrenfestival 2015 "Barock bis Rock"

Kurz und Knapp

Programm für Freitag den 24.07: Gitarrenensemble G-36 Alejandro Carillo Gamboa Werner Hucks Gitarrenduo Gruber&Maklar Programm für Samstag 25.7: Martin Moro Andreas Geffarth SanII & his Soul patrol Gitarrenfestival v. Annemarie Meilinger Im Garten des Stadtmuseums fand am Wochenende das 3. Neuburger Gitarrenfestival „Barock bis Rock“ statt. In der historischen Umgebung, inmitten von wucherndem Grün trafen sich auf den Brettern der Freilichtbühne Interpreten unterschiedlicher Genres, die alle eines einte: das Spiel auf der Gitarre. Am Freitag eröffneten die „Klassiker“ das Festival, am Samstag folgte die „Folk- Pop-Rock-Fraktion“. Noppo Heine organisierte die Veranstaltung schon zum dritten Mal, sein Helferteam aus Freunden und musikliebenden Unterstützern sorgte dafür, dass es den Zuhörern an den locker zusammengestellten Sitzgruppen an nichts mangelte. Das Festival eröffneten Franziska, Theresa, Bianca und Valentin alles Schüler von Noppo , mit einem vierstimmigen Stück und dem Beweis, dass Gitarre zu spielen weit mehr ist als die sechs Seiten zu schrubben. Der Mexikaner Alejandro Carillo Gamboa ist ein international gefragter Gitarrist und Musikpädagoge, der schon zum zweiten Mal im Museumsgarten auftrat. An diesem Abend spielte er vorwiegend Romanzen, zum einen Eigenkompositionen, aber auch verspielte Sätzevon Johann Kaspar Mertz und Niccolo Paganini. Am Ende sorgten die schnell gezupften Läufe von Isaac Albeniz‘“ Asturias“ für gespannte Aufmerksamkeit und begeisterten Beifall. Werner Hucks und seine Gitarre sind überall zu Hause –im Musical „Les Miserables“ und im Volkslied, im Jazz und als Begleiter von Heino.Der Universalmusiker spielte eigene Filmmusik zu „Black Orpheus“ und einen Song,in dem er Wehmut und Freiheitsdrang in einen neuen Gospel verwob. Seine Erfahrungen mit seinem ersten Liebeslied amüsierten die Zuhörer genauso wie ein Potpourri der am meisten verbreiteten Fehler aus vielen Jahren Gitarrenunterricht. Da reihten sich schräge Akkordeund rhythmische Verwerfungen aneinander und Saiten schepperten –doch, versicherte er, sei es trotzdem eine Freude zu unterrichten. Davon könnte auch die „Marke Pichy“ ein Lied singen, doch der Neuburger Gitarrenlehrer entschied sich für eine musikalische Welt-und Zeitenreise, von Irland über Marokko nach Amerika. Mit zwei irischen Liedern und einer Schweigeminute gedachten Musiker und Zuhörer dem verunglückten Alexander Habermeier, der in einer Neuburger FormationGeige spielte. Den Abschluss des Freitagabends übernahm das Gitarrenduo Christian Gruber und Peter Maklar. Die seit dreißig Jahren zusammenspielenden Gitarristen zeigten schon mit ihrer Ouvertüre des Barbier von Sevilla von Giacomo Rossini ihre perfekte Symbiose und ihre hohe Virtuosität. Wie aus einem Guss wirkten auch zwei Stücke der „typischen spanischen Schule“ von Isaac Albeniz: „Mallorca“, ein heiteres Stimmungsbild der schönen Mittelmeerinsel, und „Katalonia“ eine eher streng angelegte Beschreibung der Region. Im zeitgenössischen Schlussstück des in Serbien geborenen Dusan Bogdanovic reiben sich die beiden Gitarrenstimmen harmonisch wie rhythmisch aneinander, eine wiederkehrende Phrase hält das Stück zusammen, am Ende krönt ein wildes Tanzthema das Gemenge. Während die Besucher sich am Freitagabend noch in locker über den Garten verteilten, war er am Samstagabend dicht gefüllt. Der perfekte Einstieg ins Programm gelang mit Martin Moro, der ein Meister des stylischen Fingerpickings ist. Aus vielen Einzelelementen baut er ein feingliedriges Gesamtkunstwerk, das die Zuhörer gespannt zuhören ließ. Ganz anders präsentiert Andreas Geffarth seine Lieder, die er „am liebsten selber geschrieben hätte“, weil sie so gut sind. Mit „Streets of London“ und „You’ve got a friend“ erinnerte er musikalisch an die siebziger und achtziger Jahre, bei „Say you say me“ animierte er die Zuhörer zum Mitsingen. Auf besonderen Wunsch produzierte er einen „Loop“, für den er einen mehrstimmigen Backgroundsound produzierte, um dann mit einer Melodie zu ergänzen. Bei „San2& his Soul Patrol“ geht es nicht mehr in erster Linie um Gitarrensound. Die Gruppe um Sänger und Multitalent „San2“ interpretiert Selbstproduziertes im Rhythm –and-Blues-Stil, vermixt mit funkigen Elementen. „Get off my rainbow“ und „Perpetual blues machine“heißen zwei Songs, bei denen das Publikum am späten Abend noch richtig in Schwingung versetzt wurde. Doch um 11:34 Uhr war Schluss, fast pünktlich, Noppo Heine entschuldigte sich am Ende für die 4 Minuten Überzeit und war dankbar, dass bei dem diesjährigen Gitarrenfestival kein Kotelett eines wohl genervten Anwohners über die Mauer geflogen kam wie im letzten Jahr. Das Festival bot den zahlreichen Zuhörern ein „vielsaitiges“ Programm mit hervorragenden Interpreten, eine Wiederholung der Veranstaltung scheint – auch wegen des inzwischen großen Publikumsinteresses sehr wahrscheinlich.

Veranstalter

TheArtrium

Veranstaltungsort

Garten des Stadtmuseums, Neuburg an der Donau, Amalienstraße 19

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